Aktivitäten

Türkeiseminar

Ich führe an der Vorbereitungsstätte für Entwicklungszusammenarbeit (V-EZ) regelmässig eineLandeskunde zur Türkei durch.

Ziel des Programms:

Das Programm soll Fachkräfte der Entwicklungszusammenarbeit und ihre Familien auf Arbeit und Aufenthalt im Ausland vorbereiten. Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), politische Stiftungen, das Auswärtige Amt und viele andere Institutionen nehmen das Angebot der V-EZ wahr.(2002-1000 Personen).
Die entwicklungspolitisch orientierte Landeskunde ist das politische Programm der V-EZ. Kurse für Entwicklungspolitisch orientiere Landeskunde werden für 130 Länder durchgeführt, ein einmaliges Angebot in der Bundesrepublik Deutschland.

Inhalte des Programms:

Ich behandle im Rahmen des Programms das politische System der Türkei, die Wirtschaft und ihre Rahmenbedingungen, die Verwaltung und den Rechtsaufbau ebenso wie die Geschichte der Türkei.
Zum Programm gehört weiter die Beschäftigung mit Gesellschaft und Kultur, den Werten und Normen und der Religion, hier insbesondere die Auseinandersetzung mit dem Islam. Behandelt werden aber auch die Gesaltung der zwischenmenschlichen Beziehungen, Konfliktfelder, interkulturelle Problemsituationen. Schliesslich wird die Türkei auch unter entwicklungspolitischen Gesichtspunkten betrachtet.
Anders als etwa Reisende müssen die in die Türkei ausreisenden Fachkräfte unter ihnen neuen Bedingungen in diesem Land arbeiten. Ihr Erfolg oder Misserfolg vor Ort hängt unmittelbar von der richtigen Einschätzung der Randbedingungen ihres Handelns ab. Das Feld, in dem die Fachkräfte agieren sollen, verändert sich aber ständig.

Mein Vorgehen als Tutor des Programms:

Das bedeutet für den Tutor des Programms, den Vermittler von Handlungskompetenz, auch sein Wissens selbständig zu entwickeln. Meine Forschungstätigkeit und meine vielfältigen persönlichen Beziehungen bringen es mit sich, daß ich mich jedes Jahr in der Türkei aufhalte. Das ist eine wichtige Voraussetzung für meinen eigenen permanenten Lernprozess.
Nur im Land selbst erfährt man unmittelbar den Wechsel von politischen Stimmungen, und persönlichen Haltungen, erkennt Änderungen des `Zeitgeists´. Die setzt allerdings auch voraus, daß man sich auch selbst nicht nur als Reisender im Land aufhält. Ich führe Forschung in der Türkei, das heisst ich handle selbst ständig in einem zweckorientierten System, in dem ich meine Interessen vermitteln muss. Ich knüpfe dabei ständig Kontakte zu neuen Mediatoren: Zu Interviewpartern, zu privaten und offiziellen Verwaltern von Dokumenten, zu Funktionären wissenschaftlicher Einrichtungen, politischen Schlüsselpersonen. Mein Netzwerk erweitert und verändert sich mit den bearbeiteten Themen.
Dabei kommt mir zugute, daß ich ein Teil meiner Jugend in der Türkei verbracht habe. Diese damals entstandenen grundlegenden Bezug zu diesem Land habe ich durch Arbeit und Leben in der Türkei im Erwachsenenalter erweitert. Das Leben in der Türkei ist ein Teil meiner Lebensform. Durch diese Lebensform habe ich nicht nur die entsprechende Sprachkompetenz, sondern interkulturelle Kompetenz erworben. Deren wichtigste Komponente ist die Lernfähigkeit im kulturellen Dialog.